Ratgeber
Wärmepumpe im Altbau: Wann funktioniert sie wirklich?
Viele Eigentümer älterer Häuser hören: „Im Altbau funktioniert eine Wärmepumpe nicht." Das stimmt so pauschal nicht – entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die technische Ausgangslage Ihres Hauses.
Warum das Baujahr allein nichts aussagt
Zwei Häuser aus demselben Baujahr können völlig unterschiedlich geeignet sein. Entscheidend sind drei Faktoren: die Heizlast des Gebäudes, die erforderliche Vorlauftemperatur und die vorhandenen Heizflächen. Ein unsaniertes Haus von 1975 mit hohem Wärmebedarf ist ein anderer Fall als ein nachträglich gedämmtes Haus mit neuen Fenstern.
Die drei entscheidenden Prüffragen
- 1. Wie hoch ist die Heizlast? Eine Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 in Verbindung mit DIN/TS 12831-1 zeigt, wie viel Wärme Ihr Haus tatsächlich benötigt – raumweise und normkonform.
- 2. Welche Vorlauftemperatur ist nötig? Wärmepumpen arbeiten am wirtschaftlichsten bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Je höher die nötige Temperatur, desto höher der Stromverbrauch.
- 3. Reichen die vorhandenen Heizkörper? Größere Heizflächen kommen mit niedrigeren Temperaturen aus. Oft müssen nur einzelne Heizkörper getauscht werden – manchmal gar keine.
Typische Altbau-Situationen
Häuser vor 1978 haben häufig eine höhere Heizlast und ältere Heizkörper. Das bedeutet nicht automatisch „ungeeignet" – aber es macht eine sorgfältige Prüfung besonders wichtig, bevor Sie 20.000 bis 50.000 € investieren. In manchen Fällen sind vorab kleinere Maßnahmen sinnvoll, in anderen ist die Wärmepumpe direkt eine gute Lösung.
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